Institut für Rechtsinformatik

Das Institut für Rechtsinformatik (IRI) wurde 1983 gegründet und ist eine der ältesten universitären Forschungseinrichtung in Deutschland, die sich IT-rechtlichen Fragen widmet. Dem IRI gehören zwei hauptamtliche Professoren, ein emeritierter Professor, zwei Honorarprofessoren und inzwischen mehr als 40 Mitarbeiter an. Die Zusammenarbeit mit Partnerinstituten in Europa und der Welt hat eine jahrzehntelange Tradition, deren Früchte sich im EULlSP-Masterstudiengang und in europäischen Forschungsnetzen zeigen. Damit ist es möglich, auch komplexe Forschungsprojekte zu bearbeiten. Partner wie die EU, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das österreichische Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, große IT-Unternehmen sowie Anwaltskanzleien und NGOs greifen auf diese Expertise zurück und setzen gemeinsam mit uns Forschungsprojekte um. Da Informationstechnik ein globales Phänomen ist und informationsrechtliche Lösungen nicht Halt vor nationalen Grenzen machen dürfen, hat das IRI seine Forschungsansätze stets international orientiert. Forschungsschwerpunkte liegen im Datenschutz- und Datensicherheitsrecht, im Urheber-, Marken- und Patentrecht, im Telekommunikationsrecht, im Recht des Elektronischen Geschäftsverkehrs sowie in medizinrechtlichen Fragen des IT-Einsatzes. Hinzu kommen ergänzend Erfahrungen in der Rechtstheorie, dem Biotechnologierecht sowie dem internationalen Privatrecht.

Forschung

Der Erfolg des IRI zeigt sich besondere im hohen Drittmittelaufkommen. Das IRI gehört zu den führenden IT-rechtlichen Forschungsstätten in Europa, wie die zahlreichen Buchpublikationen und Zeitschriftenbeiträge seiner Mitarbeiter belegen. Neben der Grundlagenforschung in allen Bereichen des IT-Rechts engagiert sich das IRI vor allem in anwendungsbezogenen Forschungsprojekten. Wissenschaftliche Projekte wurden und werden durch Förderungen der Europaischen Kommission, der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) und der Volkswagen-Stiftung ebenso finanziert wie durch Aufträge von privaten und öffentlichen Drittmittelgebern zu konkreten Forschungsfragen. Da dem Team Personen mit deutscher, englischer und spanischer Muttersprache angehören, kann das IRI aus eigenem Personal oder langjährigen Kontakten, Kompetenz aus allen großen Rechtskreisen einbringen. Nach mehreren Jahrzehnten Projekterfahrung und dank einer Institutsgröße die Flexibilität garantiert, ist es daher möglich, komplexe Forschungsprojekte zu Grundlagen- wie zu Anwendungsfragen der rechtlichen Bewertung von Informationstechnologien überzeugend zu bewältigen. Die erzielten Forschungsergebnisse fließen auch in die universitäre Lehre ein. Neben der eigenen Forschungstätigkeit verantwortet und leitet das IRI studentische Forschungsarbeit im Rahmen des Schwerpunktstudiums wie auch im EULlSP-Masterstudiengang. Auch aus diesen studentischen Arbeiten werden wertvolle Anregungen und Erkenntnisse gewonnen.

Lehre

Hannoveraner Studenten können sich schon während des Studiums auf IT-Recht spezialisieren. Diese Möglichkeit hat sich inzwischen zu einem bedeutsamen Wettbewerbsvorteil für die Studierenden, sowie den Studienstandort Hannover entwickelt. Neben dem EULISP Programm und der Betreuung von Promotionsstudenten, engagiert sich das IRI insbesondere im Rahmen des grundständigen Jurastudiums zu Fragen des IT/IP-Rechts. Ab dem Studienjahr 2011/2012 organisiert das IRI mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) – den Studiengang „Bachelor in European IT/IP Law“. Dabei handelt sich um einen achtsemestrigen, grundständigen Studiengang, welcher parallel zum herkömmlichen Jurastudium (Staatsexamen), aber auch separat absolviert werden kann.
Neben den Einführungsveranstaltungen in die verschiedenen Rechtsgebiete besuchen die Studierenden des LL.B.-Studienganges Vertiefungsveranstaltungen in den Bereichen Geistiges Eigentum und Informationstechnologierecht. Im fünften und sechsten Semester ist ein obligatorischer Auslandsaufenthalt an einer europäischen Partneruniversität vorgesehen. Im siebten und achten Semester absolvieren die Studierenden den Schwerpunktbereich „IT-Recht und Geistiges Eigentum“, in dessen Rahmen sie auch ihre Bachelorarbeit anfertigen. Die Studierenden erhalten eine "Rundum-Betreuung", die u.a. ein eigene Bibliothek, definierte Ansprechpartner und Lehrveranstaltungen in englischer wie deutscher Sprache in einem  ausgeglichenen Verhältnis von Theoretikern und Praktikern umfasst.